Choriosum & Friends 2024

Samstag, 16. März 2024, 19:30 Klosterkirche St. Rasso, Grafrath

Sonntag 17. März 2024, 15:00 Uhr Klosterkirche St. Ottilien

Liebe Freunde von Choriosum,

nach der Sunrise Mass des Norwegers Ola Gijeilo, dem Stabat Mater vom Waliser Karl Jenkins und dem Oratorium PAX! des Saarländers Roland Kunz – alles außergewöhnliche geistliche zeitgenössische Werke, die noch heute unvergessen bei den Mitwirkenden wie dem Publikum nachwirken – steht nun 2024 mit Choriosum & Friends der Genie-Streich des Schweden Mårten Jansson “Requiem Novum” auf dem Programm.

Erst 2019 komponiert und 2023 bei Walton Musik Corporation erschienen, ist dieses Werk eine der großartigsten Vertonungen der lateinischen Totenmesse seit der Spätromantik. Jansson sagt von sich selbst, er habe nie versucht, originell zu sein. “Das war schon immer mein Motto, und ich habe nur versucht, mit Hilfe der Musik all die Gefühle auszudrücken, aus denen das Leben besteht.” Er schuf mit der Interpretation des Requiems himmlische Klangwelten von zornig (Dies Irae) bis versöhnlich (In Paradisum), immer nah am Text, immer ganz besonders und geprägt von einer tiefen Gläubigkeit. Die zeitgenössischen Gedichte von Carles Anthony Silvestri in Ergänzung zu den ehrwürdigen Texten des Requiems aus dem 16. Jahrhundert verleihen dem “Requiem Novum” eine neue Dimension.

Jasmin Binde, eine junge Ausnahme-Sopranistin wird die virtuosen Solis des Werkes singen. Das Werk wird am 05. November um 20:15 im kath. Pfarrsaal Grafrath vorgestellt und die Klavierauszüge verteilen. Die erste Probe mit kleinem Kennenlern-Umtrunk und Häppchen ist am 12. November ebenfalls im Pfarrsaal. Alle alt bekannten Freunde von Choriosum sowie gerne auch neue ambitionierte Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen. Jasmin Binde und Johannes Winterstein unterstützen bei der Stimmbildung. Die Klavierauszüge können bei den Proben entgegen genommen werden, für 15 EUR ermäßigt (natürlich nur für Mitwirkende) über requiem@choriosum.de bezogen werden oder bei jedem Notengeschäft bestellt werden.

Die Proben sind allermeist am Sonntagabend von 20:15 bis 22:00 Uhr jeweils im Pfarrsaal Grafrath.

Der genaue Probenplan findet sich unten auf dieser Seite und wird noch um die Proben in 2024, einem Probenwochenende und natürlich der Generalprobe ergänzt.

Euer

Martin Winterstein

martin@choriosum.de

I stand upon a landscape of infinity,
Vast, yet intimate.
In the distance I see the Presence,
Glowing with impossible light
The thrum of hosts beyond number
Surrounds me as they sing
Their endless Holy! Holy!

Charles Antony Silvestri

Probenwochenende

Das Wochenende beginnt am Freitag, den 23. Februar um 18 Uhr, endet am Sonntag, 25. Februar um 12 Uhr und findet im Schwablhof Thal 17, Tuntenhausen statt. (Achtung Thal 17 gibt es ca. 10 mal im Münchner Osten, deswegen im Navi unbedingt Tuntenhausen dazu eingeben). Bitte Bettzeug, Hausschuhe und ggf. einen Notenständer für die Probenarbeit mitbringen. Um Überblick über die Teilnahme zu bekomme bitte ich das Dudle auszufüllen, falls noch nicht erledigt . Im Kommentar oder per Mail direkt an Anna kann man eintragen, ob man gerne im Hof, oder einer Pension z.B. in der Nähe im Einzelzimmer oder Doppelzimmer schlafen möchte etc. Am Samstagabend gehen wir gemeinsam Essen und sonst sind wir Selbstversorger. Es wird am Ende ein Schweinchen aufgestellt, um sich an den Lebensmittel- und Getränkekosten zu beteiligen. Ansonsten sind eine Beteiligung bei Kuchen, Getränke und Knabberzeug immer willkommen.

Probentermine für Requiem-Novum

DatumUhrzeitOrtWas wird geprobt?
18. Februar 202420:15GemeindesaalStreicherprobe
18. Februar 202420:15Pfarrsaal GrafrathProbe mit Emanuel
23. bis 25. Februar 202418:00 (Fr) – 13:00 (So)Schwablhof Thal 17 / TuntenhausenProbenwochenende!
25. Februar 202420:15Pfarrsaal Grafrath Streicherprobe
01. März 202418:00Pfarrsaal GrafrathHolzbläser + Streicher
02. März 202418:00Pfarrsaal GrafrathAusweichtermin Holzbläser + Streicher
03. März 202420:15Pfarrsaal GrafrathChor Durchlaufprobe
08. März 202318:30Pfarrsaal GrafarthOrchester Tutti
09. März 202318:00Pfarrsaal GrafrathAusweichtermin: Orchester Tutti
10. März 202318:00Pfarrsaal GrafrathOrchester Tutti, Chor kommt ab 20:30 dazu
15. März 202318:00Rasso KircheGeneralprobe
16. März 202317:30Rasso KircheAnspielprobe:
17:30 Chor im Pfarrsaal
17:30 Orchester in der Kirche
18:15 Tutti in der Kirche
16. März 202319:30Rasso KircheKonzert! – danach Prämieren-Feier im Pfarrsaal
17. März 202312:30St. OttilienAnspielprobe:
12:30 Chor in der Kapelle
12:30 Orchester in der Kirche
13:30 Tutti in der Kirche
17. März 202315:00St. OttilienKonzert!
24. März 202315:00evtl. Klosterkiche FFBevtl. Konzert nur mit Orgel!

Übungsfiles

Prinzipiell finden sich für bekannte Chorwerke gute Übungsfiles unter ChoralWiki, Midi Choral music (engl.), cyber bass  oder Choralia. Die dort abgelegten Midi-Files lassen sich mit geeigneten Playern abspielen, bei denen sich das Tempo und die Lautstärke der einzelnen Stimmen variieren lässt. Zum Beispiel für Windows VocisMagis, für Android MIDI File Player und iOS Sweet MIDi Player. Leider gibt es derzeit noch nichts zum Requiem Novum, deshalb habe ich für einige Schlüsselstellen des Werkes Midi-Files zum Download aber auch mp3-Übungsfiles zum direkten Anklicken im Mitgieder-Bereich abgelegt.

Die Sätze

1. Introitus Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis. Te decet hymnus, Deus in Sion, et tibi reddetur votum in Jerusalem; exaudi orationem meam, ad te omnis caro veniet. Requiem aeternam dona eis Domine.Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und ewiges Licht leuchte ihnen. Dir gebühret Lobgesang. Gott in Zion, und Anbetung soll dir werden in Jerusalem; erhöre mein Gebet, zu dir komme alles Fleisch. Ewige Ruhe gib ihnen, Herr.
2-1. Or So the Living Pray Or so the living pray for their beloved dead, and pure is their intention to do so; but the living only see as through a glass, darkly, the great enigma that awaits beyond, where glimpse of truth, and grief, and darker shadows still, entwine to weave the old familiar words.Aufrichtig beten die Lebenden für ihre geliebten Toten; aber die Lebenden sehen nur wie durch ein Glas schemenhaft das große Rätsel, das jenseits wartet, wo ein Hauch von Wahrheit, Trauer und dunklen Schatten die altbekannten Worte verschleiert.
2-2. Kyrie Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison!Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich!
3-1. Cry Not in anguished Voices Cry not in anguished voices for gifts already given; He sees the pain our choices inflict on hopes of heaven. It is we who must have mercy, Each one upon another; Whyever would one curse Hirn who is himself our brother? The Lord has mercy boundless And that He freely gives; Our fear of death is groundless, For he who died now lives!  Weint nicht mit beklommener Stimme um Gaben, die ihr längst besitzt. ER sieht unseren Schmerz, aber die Himmel sind verhangen. Wir sind es, die Barmherzigkeit üben müssen, ein jeder mit dem andern; warum sollte man den verfluchen, der selbst unser Bruder ist? Der Herr schenkt uns grenzenlose Barmherzigkeit, unsere Angst vor dem Tod ist unbegründet, denn ER, der gestorben ist, lebt jetzt!
3-2. Dies irae, dies illa,
Solvet saeclum in favilla:
Teste David cum Sibylla.
Quantus tremor est futurus,
Quando iudex est venturus,
Cuncta stricte discussurus!
Tuba mirum spargens sonum
Per sepulcra regionum,
Coget omnes ante thronum.

Mors stupebit et natura,
Cum resurget creatura,
Iudicanti responsura.
Liber scriptus proferetur,
In quo totum continetur,
Unde mundus iudicetur.
Iudex ergo cum sedebit,
Quidquid latet apparebit:
Nil inultum remanebit.

Quid sum miser tunc dicturus?
Quem patronum rogaturus?
Cum vix iustus sit securus.
Rex tremendæ maiestatis,
Qui salvandos salvas gratis,
Salva me, fons pietatis.
Recordare Iesu pie,
Quod sum causa tuæ viae:
Ne me perdas illa die.

Quærens me, sedisti lassus:
Redemisti crucem passus:
Tantus labor non sit cassus.
Iuste iudex ultionis,
Donum fac remissionis,
Ante diem rationis.
Ingemisco, tamquam reus:
Culpa rubet vultus meus:
Supplicanti parce Deus.

Qui Mariam absolvisti,
Et latronem exaudisti,
Mihi quoque spem dedisti.

Preces meæ non sunt dignae:
Sed tu bonus fac benigne,
Ne perenni cremer igne.
Inter oves locum præsta,
Et ab hædis me sequestra,
Statuens in parte dextra.
Confutatis maledictis,
Flammis acribus addictis,
Voca me cum benedictis.

Oro supplex et acclinis,
Cor contritum quasi cinis:
Gere curam mei finis.
Lacrimosa dies illa,
Qua resurget ex favilla.
Iudicandus homo reus:
Huic ergo parce Deus.
Pie Iesu Domine,
Dona eis requiem. Amen.
Tag des Zornes, Tag der Sünden,
Wird das Weltall sich entzünden,
Wie Sibyll und David künden.
Welch ein Graus wird sein und Zagen,
Wenn der Richter kommt, mit Fragen
Streng zu prüfen alle Klagen!
Laut wird die Posaune klingen,
Durch der Erde Gräber dringen,
Alle hin zum Throne zwingen.

Schaudernd sehen Tod und Leben
Sich die Kreatur erheben,
Rechenschaft dem Herrn zu geben.
Und ein Buch wird aufgeschlagen,
Treu darin ist eingetragen
Jede Schuld aus Erdentagen.
Sitzt der Richter dann zu richten,
Wird sich das Verborgne lichten;
Nichts kann vor der Strafe flüchten.

Weh! Was werd ich Armer sagen?
Welchen Anwalt mir erfragen,
Wenn Gerechte selbst verzagen?
König schrecklicher Gewalten,
Frei ist Deiner Gnade Schalten:
Gnadenquell, lass Gnade walten!
Milder Jesus, wollst erwägen,
Dass Du kamest meinetwegen,
Schleudre mir nicht Fluch entgegen.

Bist mich suchend müd gegangen,
Mir zum Heil am Kreuz gehangen,
Mög dies Mühn zum Ziel gelangen.
Richter Du gerechter Rache,
Nachsicht üb in meiner Sache
Eh ich zum Gericht erwache.
Seufzen d steh ich schuldbefangen,
Schamrot glühen meine Wangen,
Lass mein Bitten Gnad erlangen.

Hast vergeben einst Marien,
Hast dem Schächer dann verziehen,
Hast auch Hoffnung mir verliehen.

Wenig gilt vor Dir mein Flehen;
Doch aus Gnade lass geschehen,
Dass ich mög der Höll entgehen.
Bei den Schafen gib mir Weide,
Von der Böcke Schar mich scheide,
Stell mich auf die rechte Seite.
Wird die Hölle ohne Schonung
Den Verdammten zur Belohnung,
Ruf mich zu der Sel’gen Wohnung.

Schuldgebeugt zu Dir ich schreie,
Tief zerknirscht in Herzensreue,
Sel’ges Ende mir verleihe.
Tag der Tränen, Tag der Wehen,
Da vom Grabe wird erstehen
Zum Gericht der Mensch voll Sünden;
Lass ihn, Gott, Erbarmen finden.
Milder Jesus, Herrscher Du,
Schenk den Toten ew’ge Ruh. Amen.
4-1. On that Day of Weeping On that day of weeping there is no weeping here; for here is only heaven, here is only joy, and God is only Love. The torments that we fear are real for once we are enfolded in the perfect love of God, gentle, boundless, freely given, we remember past transgressions, our selfishness and self-delusion to stand in our shame before such terrible love is exquisite torment and we become our own tormentors.An jenem Tag der Trauer, gibt es hier kein Weinen, denn hier ist nur der Himmel, hier ist nur die Freude, und Gott ist nur die Liebe. Die Qualen, die wir fürchten, sind echt, denn sobald wir von der vollkommenen, sanften, grenzenlosen und verschwenderischen Liebe Gottes umfangen sind, erinnern wir uns an vergangene Verfehlungen, an unsere Selbstsucht und unsere Selbsttäuschung; in unserer Schande vor einer so unglaublichen Liebe zu stehen, ist eine köstliche Qual, und wir werden zu unseren eigenen Peinigern.
4-2. Sanctus Sanctus Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt coeli et terra gloria tua. Osanna in excelsis! Benedictus qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.
Heilig ist der Herr Gott Sabaoth. Voll sind Himmel und Erde von deinem Ruhme. Hosianna in der Höhe!
5.1 I stand upon a landscape of infinity, vast, yet intimate. In the distance I see the presence, glowing with impossible light; the thrum of hosts beyond number surrounds me as they sing their endless Holy! Holy! Wave upon wave of Love emanate from that light while lightning flashes of golden evangelion carry prayers and blessings to and from the Presence. Holy! Holy!Ich stehe in einer Landschaft der Unendlichkeit, unermesslich und doch vertraut. In der Ferne sehe ich die Gegenwart Gottes, die in einem unfassbaren Licht erstrahlt; das Tosen der Engel ohne Zahl umgibt mich, während sie ihr endloses Heilig! Heilig! singen. Welle um Welle der Liebe geht von diesem Licht aus, während erhellende Blitze der goldenen Evangelien Gebete und Segnungen zu und von der Gegenwart Gottes tragen. Heilig! Heilig!
6. Pie Jesu Pie Jesu Domine, dona eis requiem sempiternam.Gütiger Jesus, Herr, schenke ihnen die ewige Ruhe.
7-1. Eternal Rest Eternal Rest. Eternal Rest? No rest for me; my journey has only just begun!Ewige Ruhe. Ewige Ruhe? Es gibt keine Ruhe für mich, meine Reise hat eben erst begonnen.
7-2. In Paradisum In Paradisum deducant angeli in tuo adventu suscipiant te Martyres, et perducant te in civitatem sanctam Jerusalem. Chorus angelorum te suscipit et cum Lazaro quondam paupere aeternam habeas requiem.Ins Paradies mögen die Engel dich geleiten, bei deiner Ankunft die Märtyrer dich empfangen und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem. Der Chor der Engel möge dich empfangen und mit Lazarus, dem einst Armen, mögest du ewige Ruhe haben.
7-3. Here on the Other Side of Eternity Here, on the other side of eternity, I need not await your coming, for we are already together, as always we have been. Here, on the other side of eternity, time and space have no meaning, for past and future fall away, and there is only ever now. Here, on the other side of eternity, there are no limits of thought, or dimensions, or understanding for here, all is known, all is revealed, and all is infinite, perfect Love.Hier, auf der anderen Seite der Ewigkeit, brauche ich nicht mehr auf dein Kommen zu warten, denn wir sind bereits vereint, wie wir es immer waren. Hier, auf der anderen Seite der Ewigkeit, haben Zeit und Raum keine Bedeutung, denn Vergangenheit und Zukunft verschmelzen zum Jetzt. Hier, auf der anderen Seite der Ewigkeit, gibt es keine Grenzen des Denkens, der Dimensionen oder des Verständnisses, alles ist vertraut, alles offenbar und alles ist unendliche, vollkommene Liebe.

Das ist ja das Geheimnis der Musik, dass sie unsere Seele fordert, die aber ganz. Sie stellt über alle Wissenschaften und Sprachen hinweg in vieldeutigen, aber im letzten Sinne immer selbstverständlichen Gestaltungen stets nur die Seele des Menschen dar.

Hermann Hesse